Biologisierung der Technik

Werkstoffe 07. 02. 2025
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Erste Statuskonferenz des vom BMBF geförderten Vorhabens Biologisierung der Technik war voller Erfolg

Mit spannenden Vorträgen, einem festlichen und unternehmerischen Rahmenprogramm sowie viel Zeit für fachlichen Austausch fand am 12. und 13. November 2024 die erste Statuskonferenz der BMBF-Fördermaßnahme Biologisierung der Technik: Bioinspirierte Material- und Werkstoffforschung in Esslingen statt. Die Verbünde starteten damit nach Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e. V. (DGO) gemeinsam in die Mission, mit bioinspirierter Materialforschung neuer Innovationskraft in Wirtschaft und Gesellschaft den Weg zu weisen.

Geladen hatte das Begleitprojekt BioTrans (beteiligte Partner: Biokon, DGO, DGM) zum Hauptsitz der Festo SE & Co. KG in Esslingen am Neckar, die auch als Projektpartner an einem der insgesamt zwölf geförderten Verbundprojekte beteiligt ist. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Dr. Rainer Erb, Biokon-Geschäftsführer und Koordinator des Begleitprojekts sowie von Michael ­Winkler seitens des Gastgebers und von Dr. Rosita Cottone vom Fördergeber, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Dr. Cottone nutzte die Gelegenheit, um an die Anfänge von naturinspirierten Innovationsstrategien zu erinnern. Sie werden als großer Ideengeber für die Funktionalität und Effizienz technischer Systeme, aber auch für die Probleme unserer Zeit gesehen, wie die Schaffung von Kreislaufwirtschaft, nachhaltiger Materialinnovationen und neuer Recyclingkonzepte. Neben Bioinspiration wurde auch die Digitalisierung in der Forschung und Entwicklung als Schlüssel zu mehr Material­innovationen hervorgehoben. Dr. Alexander Straumal vom Karlsruher Institut für Technologie erläuterte diesbezüglich die Bedeutung der Innovationsplattform MaterialDigital (PMD) in seinem Vortrag.

Fokus auf bioinspirierte Materialforschung und Austausch

Wie die DGO berichtet, stand im Zentrum der Konferenz der Dialog zwischen den Verbundprojekten, deren Forschung sich auf bioinspi­rierte Material- und Werkstofftechnologien konzentriert. Stellvertreter und Stellvertreterinnen der Verbünde aus Forschungsin­stituten und Industrieunternehmen präsentierten Hintergründe, biologische Vorbilder sowie Ziele und erste Ergebnisse ihrer Projekte. Beeindruckend war, welche Bandbreite von Anwendungsgebieten die vorgestellten technologischen Konzepte ­adressieren: Diese erstrecken sich von der Medizin(technik), ­Implantologie und Pharmazie über die ­Automobiltechnik, Prozess- und Automatisierungstechnik bis hin zu Optik, Abwassertechnik und Lackiertechnik.

Postersessions und interaktive Austauschformate gaben zudem Gelegenheit, gemeinsame Interessen und Herausforderungen zu identifizieren.

Festliches und unternehmerisches Rahmenprogramm bei Festo

Ein besonderer Programmpunkt war die Verleihung des Biokon-Nachwuchspreises 2024 Bionik Award am Abend des 13. November, der von Festo unterstützt wurde und zu dem noch weitere Gäste geladen waren.

Dr. Leonie Beek vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University wurde von ­einer Expertenjury mit dem Bionik Award für ihre herausragende wissenschaftliche Arbeit bei der Entwicklung von bionischen Textilien zur Trennung von Öl und Wasser ausgezeichnet, die von den superhydrophoben und lipophilen Eigenschaften biologischer Oberflächen inspiriert ist. Die Auszeichnung und die weiteren Anerkennungspreise unterstrichen laut DGO eindrucksvoll den Innovationscharakter von bioinspirierten technischen Lösungen und die Bedeutung der Nachwuchsförderung in diesem Forschungsfeld.

Einen praktischen Einblick in die Biologisierung von industriellen Prozessen bot ­dabei der Gastgeber Festo im Rahmen eines Rundgangs durch das Festo Experience Center und das Bionik-Labor. Bei einer Flugshow demonstrierten Mitarbeitende zwei bionische Drohnen, die spektakulär über die Köpfe der Gäste surrten und flatterten. Solche Demon­stratoren nutzt Festo für die Erprobung von bionischen technischen Konzepten, die sich schon in der Vergangenheit erfolgreich in die eigene Produktionstechnik integrieren ließen.

Weitere Informationen:

Text zum Titelbild: Die Teilnehmer der ersten Statuskonferenz stellten ihre Forschungsansätze vor (Bild: DGO)

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